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Sehr geehrte Lady Marfa,
wie versprochen, habe ich versucht, meine Eindrücke Ihrer
wundervollen Session in Worte, in einen Bericht zu bannen. Das
Schreiben hat all das grausam Schöne und Gute, was Sie
mir haben angedeihen lassen, noch einmal in mein Gedächtnis
gerufen. Vielleicht ist mein Bericht geeignet, Eingang in ihre
schöne Homepage zu finden. Es würde mich freuen. Natürlich
obliegt es ganz Ihnen, ob Sie ihn für geeignet befinden.
Falls nicht, werde ich dies selbstverständlich akzeptieren.
Ohne aufdringlich sein zu wollen, muss ich noch einmal wiederholen,
wie wundervoll das Erlebnis mit Ihnen für mich war, Lady
Marfa. Sie haben Türen in mir geöffnet, die ich verschlossen
glaubte. Sie sind eine wunderbare Domina und Sadistin. Ich habe
meine wahre Bestimmung tief in mir vernommen und natürlich
sind damit auch immer die Zweifel verbunden, ob mein Leben,
so wie es ist, gut ist für mich. Aber dies sind Gedanken,
die nur mich betreffen, meinen Alltag, meinen Lebensentwurf.
Ich hoffe, meine Ausführungen belästigen Sie nicht,
Lady Marfa. Ich hatte nach unserem Treffen und habe noch heute,
wo ich noch immer die sanften Schmerzen spüre und meine
Brustwarzen noch immer leichte Spuren zeitigen, das unwiderstehliche
Bedürfnis, diesen Schmerz, diese Qual auf die Spitze zu
treiben. Ja, noch am gestrigen Abend drängte es mich, meine
geschundenen Nerven einer weiteren, intensiveren Behandlung
durch Sie unterziehen zu lassen (natürlich ein momentan,
rein finanziell, illusorischer Gedanke). Aber mein Drang, meinen
geschundenen Leib weiter zerschinden zu lassen, war enorm. Ich
hatte nie gedacht, dass meine masochistische Neigung derart
intensiv ist, Lady Marfa. Das Leiden, welches Sie mir zugefügt
haben, schien und scheint mir noch viel zu gering zu sein (damit
will ich nichts kritisieren oder negativ bewerten, was Sie getan
haben). Ein tiefer Wunsch mich wirklich und vollkommen und ganz
und gar auszuliefern, bedrängt mich in beinahe bedrohlicher
Weise.
Vergeben Sie mir bitte, dass ich Sie damit belästige. Jedoch,
es tut gut, dies einer Frau zu schreiben, die es versteht (und
es gibt viel zu wenig Frauen, die es verstehen). Ich erwarte
nicht, dass Sie darauf eingehen. Sicherlich bin ich kein besonderer
"Fall" in diesem Sinne. Nur seien Sie versichert,
Lady Marfa, sobald ich gespart habe und Zeit finde, werde ich
mich Ihnen abermals ausliefern (was leider etwas dauern kann).
Ich habe lange gesucht und überlegt und gespart und endlich
eine Frau in Ihnen gefunden, die nicht nur perfekt ist, in dem
was sie im SM-Bereich tut, sondern darüber hinaus mir menschlich
als jemand erscheint, dem ich mich öffnen will und kann.
Danke dafür
Mit herzlichem Gruß
Jens
P.s.: Natürlich dürfen Sie diesen Brief, wenn er Ihnen
angemessen erscheint, ebenfalls auf ihrer wunderbar gelungenen
Homepage veröffentlichen.
Bericht von Jens - eine sadistische Session
Solange der Schmerz besteht, verblassen die Erinnerungen nicht.
Doch, wenn der Schmerz geht, gehen auch die Erinnerungen. Jedoch:
Noch – bald einen vollen Tag nach meinem Besuch bei Lady
Marfa – ist der Schmerz präsent und dafür kann
ich nur dankbar sein. Jede Berührung meiner Brustwarzen
hilft mir, die Erinnerung zu wahren, jedes Kleidungsstück,
das sich wie ein Reibeisen auf den geschundenen Nervenenden
anfühlt, erinnert mich, dass ein Traum wahr geworden ist.
Selbstverständlich nervös klingele ich an der Tür,
vermelde der freundlichen Stimme am anderen Ende der Gegensprechanlage,
dass ich ich sei und einen Termin bei Lady Marfa hätte.
Das kostet nun kaum noch Überwindung und der helle Klang
des Türsummers verschafft mir Eintritt in eine Welt der
Träume abseits des grauen und tristen Alltags. Das Warten
in der ledernen Sitzgruppe. Ich höre Stimmen, Schritte
durch die Tür, die noch nicht mir gelten. Das gute Gefühl,
nach langer Zeit einmal wieder angekommen zu sein. Zurücklehnen,
entspannen. Noch.
Endlich tritt Lady Marfa durch die Tür. Damenhaft, sympathisch,
stilvoll, wunderschön. Das freundliche Lächeln hilft,
das angenehme Gespräch zum Kennen lernen und Klären
dessen, was zu klären ist, erweitert mir, durch ihre Vorschläge
und Ideen, bereits jetzt den Horizont. Dazu bin ich hier. Und
ich bin mir bereits in diesem Moment sehr sicher, dass er sich
an diesem Tage um ein Unendliches erweitern wird.
Ich darf eintreten. Ich bin angenehm überrascht, wie gut
alles organisiert ist. Die Dusche, die Box für Kleidung.
Perfektion durch und durch. Mein Klingeln wird erhört.
Nackt und bloß (naja, das Handtuch habe ich mir schon
noch umgebunden) geleitet mich Lady Marfa durch die heiligen
Hallen des sehr geschmackvoll eingerichteten Studios. Der Klang
ihrer stilvollen Pumps, das Patschen meiner nackten Füße.
So soll es sein.
„Das brauchst Du jetzt nicht mehr“, sagt sie und
deutet auf mein Handtuch. Natürlich hat sie Recht. Noch
etwas befangen genieße ich es, wie Lady Marfa mich geschickt
und gekonnt in Seile schnürt. Faszinierend, wie sich ein
Mensch mit einer solchen Vielzahl von Knoten und Windungen auskennt.
Nach und nach wird mir, der eine solche Fesselung so noch nicht
erlebt hat, klar, dass es tatsächlich eng wird mit der
Bewegungsfreiheit. Besonders, nachdem ich rücklings auf
die Liege geschnürt werde mit einem Seil, dass sich anfühlt
wie ein Viecherstrick, rau und ungemütlich. Das strafft
sie mir über die Kehle und ich begreife irgendwann, dass
nicht nur alles im Leben zusammenhängt, sondern auch dieser
Strick an jede meiner Bewegungen geknüpft ist. „Je
mehr Du zappelst, desto enger wird es am Hals“, stellt
Lady Marfa genüsslich und mit leisen Lachen fest, nachdem
ich bereits ein wenig gezappelt habe. Ungeschick lässt
grüßen. Ich bitte um eine geringfügige Erleichterung
im Halsbereich, die Lady Marfa mir gewährt. Allerdings
nehme ich mir im selben Moment vor, nicht allzu quengelig zu
sein, denn zum Quengeln bin ich nicht an diesen Ort gekommen.
Außerdem spüre ich in jeder Handlung von Lady Marfa,
dass sie absolut und ohne Abstriche weiß, was sie tut,
was eine enorm beruhigende Wirkung auf mich in dieser Lage hat.
Lady Marfa teilt mir mit, dass sie mich nun für fünf
Minuten alleine lassen wird, um sich die Füße frisch
zu machen. Während sie mir dies verkündet, packt sie
kurz mal und beinahe beiläufig fest zu und dreht meine
Nippel. Wundervoll. Dann folgen fünf Minuten Einsamkeit.
Fünf Minuten, in denen mir Manches durch den Kopf geht.
Tatsächlich bin ich gefesselt. Ein seltsamer Gedanke, sich
wirklich nicht rühren zu können. Er könnte bedrohlich
sein. Ist es nicht. Ich entspanne mich und genieße die
Situation in vollen Zügen. Allerdings nicht in allzu vollen
Atemzügen, um nicht wieder dieses raue Seil über meinem
Hals…schließlich bin ich in einem gewissen Rahmen
lernfähig.
Lady Marfa kehrt zurück. Mit schnellen Schlägen verschiedener
Gerätschaften beginnt sie bald, meine Brustwarzen und meinen
Penis zu malträtieren. Schnelle, leichte Schläge wechseln
sich ab mit festen harten Hieben, auf die Pausen folgen und
immer die wundervolle Ungewissheit, was nun diesen Pausen folgen
mag. Ich merke bald, dass, was auch folgt, es das Richtige für
mich ist. Mit geschlossenen Augen gebe ich mich hin, denn ich
weiß, dass es gut ist. Ich höre ihre Schritte, nur
ab und an öffne ich die Augen, um die Schönheit dieser
Frau zu erhaschen, schließe sie, um intensiver zu spüren.
Wachs und Eis. Eis und Wachs. Eukalyptus-Öl. Irgendetwas
Kaltes, irgendetwas Heißes. Bald schon vermischen sich
die Eindrücke, können meine Sinne nicht mehr unterscheiden,
was auf was folgt, was was ist. Nur, dass es schmerzt, spüre
ich und lindert und schmerzt und lindert. Lady Marfa unterzieht
mein Genital einer ausführlichen Behandlung. Zwischendrin
denke ich, dass ich ihr Instrument bin, auf dem sie spielt und
das sie so perfekt beherrscht. Ein guter Gedanke. Ich bäume
mich auf unter ihren Händen. Zumindest, soweit meine Fesseln
mir den Spielraum lassen. Die Sache mit dem Strick über
die Kehle vergesse ich spätestens, als sie sich meinen
Nippeln zuwendet, vollkommen. Göttliche Schmerzen. Was
ist das? Ich muss es auf dieser wunderbaren Homepage recherchieren,
denke ich: Wartenbergrad. Das tanzt auf meinen Brustwarzen herum
und tut so weh und ist so erregend. Das ist, wie ich inzwischen
weiß, gemacht, um Nervenreaktionen zu testen. Das ist
die offizielle Version. Jetzt weiß ich, dass mit meinen
Nervenreaktionen alles in Ordnung sein muss. Ich spüre
noch immer, dass ich Nerven habe. Danke, Lady Marfa.
„Du siehst ziemlich zerschlagen aus“, sagt sie.
„Ist das gut oder schlecht?“, frage ich ehrlich
erschöpft. „Für mich ist es gut“, antwortet
sie. Wieder dieses leise Lachen. Es klingt so ehrlich grausam.
Nicht aufgesetzt, nicht affektiert. Lady Marfa hat ein tatsächliches
Vergnügen daran gefunden, mich leiden zu lassen. Das ist
ein schönes Gefühl. Sie befreit mich von der Liege
und ich darf mich auf den Boden legen. Lady Marfa thront an
meinem Kopfende. Ich sehe nur ihre schönen Beine. Sie benetzt
ihre wundervollen Zehen mit etwas Yoghurt und führt sie
mir an den Mund. Begierig beginne ich, ihre herrlichen Füße
abzulecken, gierig abzulutschen. Immer und immer wieder. Die
einfache Speise wird zum kostbarsten Gut meiner Welt. Dann legt
sie ein einfaches Lederkissen auf meinen Unterleib. Platziert
sich dort und abermals darf ich ihre herrlichen Füße
mit meiner Zunge, mit meinen Lippen kosten. Ich merke nicht
zum ersten Mal in dieser Session, was mir im Leben alles gefehlt
hat. Und immer wieder kommen meine, inzwischen hochsensiblen,
Brustwarzen ins Spiel. Es reichte an und für sich die geringste
Berührung, um mich zum Wahnsinn zu treiben, aber Lady Marfa
gibt sich nicht mit geringsten Berührungen zufrieden. Und
sie hat Recht. Ich bäume mich auf, bin laut, ergebe mich,
genieße. Sie dreht sich, erklärt wortlos mein Gesicht
zum Thron einer Göttin. Das ist alles, was ich will. Sie
sitzt auf mir und ich atme sie, versuche, Luft zu bekommen,
denn wieder und wieder tanzt das Wartenbergrad auf meinen Nippeln.
Fester und fester, so senden es zumindest die geprüften
Nervenenden an mein Gehirn. Ich klammere mich an das, was mir
als einziges in diesem Moment Halt geben kann, Lady Marfa.
Alles wendet sich dem Ende zu. Leider. So auch diese Sitzung.
Den Thron neben mich gerückt, presst Lady Marfa mir ihre
Füße ins Gesicht und auf den Schritt. Und immer wieder
quält sie meine armen Nippel. Ich lasse mich treiben und
spüre ihre Hand. Meine Bewegungen, meine Laute verlieren
an Kontrolle. Ich komme. Und wieder den göttlichen Fuß
von Lady Marfa an den Lippen. Gierig lutsche ich ihn. Seltsam
salzig, denke ich und denke mir weiter nichts dabei. Dann schenkt
sie mir einen Finger voll Yoghurt: „Damit Du einen anderen
Geschmack bekommst“, sagt sie spöttisch. Ich frage:
„Wieso?“. „Weil ich dir eben dein Sperma zu
Essen gegeben habe. Das war nicht abgesprochen.“ „Das
habe ich nicht bemerkt“, bemerke ich und erst jetzt schmecke
ich den bitteren Nachgeschmack. Genieße diesen Schachzug.
Eine gute Idee, denke ich. Die perfekte Idee einer perfekten
Domina.
Was bleibt? Ein wunderbarer Ausklang. Wir reden. Ich bin erschöpft
und dankbar. Nichts geschieht mit Eile und Hektik. Lady Marfa
versteht es nach dieser wundervollen Begegnung, mich wieder
ankommen zu lassen. Nach einer Dusche noch ein schönes,
ganz alltägliches Gespräch im Foyer. Ich möchte
nicht gehen, aber natürlich gehe ich irgendwann. Hinaus
in eine Welt, die mit einem Male seltsam blass wirkt.
Danke, Lady Marfa.
Ergebenst, Ihr Jens.
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